Freitag, 5. Februar 2016

Chiwas Hufrehe-Geschichte, Teil 3

Die verheerenden Folgen falscher Hufbearbeitung

Fotos sagen häufig mehr als Worte, denn es sind Zeitzeugen der Geschichten, die es dazu zu erzählen gibt.

Es geht jetzt mit Chiwas Hufrehegeschichte im Herbst 2001 weiter. Es werden viele Fotos kommen und dazu die passenden Erklärungen. Nach unglaublicher Qual über Wochen hat sie sich damals von den Folgen einer vollkommen falschen Hufbearbeitung nach Hiltrud Straßer nämlich wieder erholt, weil sie das Glück hatte, dass die Straßer-Hufheilpraktikerin einfach zu viel zu tun hatte und später Esther weiter ihre Hufe bearbeitet hat.

Die beiden Fotos zeigen nicht die erste Hufbearbeitung nach Straßer in Boksee im See, sondern eine weitere schon nach unserem Umzug in den Winterstall nach Klein-Barkau. Ich hatte keine Ahnung, was ich Chiwa damit angetan habe, sondern tat das, um ihr von einer Frau helfen zu lassen, die mir über den Verband der Straßer-Hufheilpraktikerinnen extra als besondere Fachkraft zur Behandlung von Hufrehe geschickt worden und vom Preis her sehr teuer war. Und bei einem Preis, der über dem doppelten von dem eines ausgebildeten Hufschmieds lag, kam diese Frau alle 3 Wochen, hat mich ein Vermögen gekostet, meinem armen Pony die Hufe so versauen zu lassen, dass es um Haaresbreite daran gestorben wäre. Hinzu kamen sinnlose Kosten für eine Tierheilpraktikerin, deren Pony selbst auch Hufrehe hatte, auch von der gleichen Hufheilpraktikerin bearbeitet wurde und sich genauso wie Chiwa dabei nicht erholte, sondern wo es auch immer schlimmer wurde. Sie gab mir übrigens schon damals den Tipp, ob es am Sumpfschachtelhalm auf der vorherigen Weide gelegen haben könnte, dass Chiwa überhaupt Hufrehe bekommen hätte. Die Frau hatte damit recht, aber genauso wie ich selbst unrecht damit, auf diese Form der Hufbearbeitung zu vertrauen. Ich möchte dazu sagen, unsere frisch von der Schule kommende Hufheilpraktikerin konnte in meinen Augen nichts dafür. Die hat viel Geld dafür bezahlt, dass man sie in einem Beruf ausgebildet hat, der verboten werden müsste, denn es ist Tierquälerei, Pferden so die Hufe zu bearbeiten. Sie war jung und unerfahren, sie konnte das nicht wissen.
Die folgenden Fotos sind Impressionen von der Zeit auf dem Hof in Klein-Barkau, auf dem wir von Ende September 2001 bis Anfang Juni 2002 blieben. Warum wir dort weg gingen, werde ich im Laufe dieses Beitrags auch noch erzählen. Vanessa und Janin kamen damals noch oft, auch wenn ich glaube, das geschah heimlich und Vanessas Mann wusste nichts davon, was ich auch gefühlt habe, denn meine Älteste lügt nicht gut. Es war früher nie ihre Art zu lügen. Sie war ein sehr ehrliches und aufrichtiges und tierliebes Kind, bevor sie ihren Mann kennenlernte. Ich hatte früher immer viel Achtung vor Vanessa. Heute ist das nicht mehr so.
Esther machte ihre Ausbildung zur Erzieherin mit dem Plan zum Therapeutischen Reiten weiterzumachen weiter, mein Enkel Raphael war deshalb täglich bei mir, wenn sie in der Schule war, ihren Job als Kellnerin machte oder sich mit ihrem neuen Freund traf, denn die Beziehung zu Raphaels Vater hat leider nicht lange gehalten. Die beiden wohnten aber noch eine Weile zusammen und er kümmerte sich auch gelegentlich um Raphael.

Und Chiwa wurde erneut so krank, das kann ich kaum genau beschreiben, denn davon habe ich keine Fotos. Ich werde es aber gleich versuchen, während ich Euch einfach mehr Klein-Barkau-Bilder zeige.

Meiner Mutter ... oben mit ihren Urenkeln Janin und Raphael ... ging es übrigens sehr gut. Sie war immer dabei und half mir viel mit den Pferden. Meine Mutter würde es später nicht verkraften, den Kontakt zu Vanessa und Janin zu verlieren, als die Kleine so gut sprechen lernte, dass ihr Vater erfuhr, wenn sie uns besuchten. Ihr brach deshalb die Wirbelsäule (sozusagen das Rückgrat oder auch das Herz vielleicht oder beides), so dass sie für mich zum Pflegefall wurde, um den ich mich die kommenden 11 Jahre habe kümmern müssen.
Aber nun zu Chiwa. Nach soweit ich mich erinnere der 3. Hufbearbeitung nach Straßer begannen Chiwas Hufe an den Kronrändern zu eitern, und zwar so schlimm, dass ich dachte, sie würde daran sterben, also ausschuhen, wie man das bei Hufrehe nennt. Ich habe ihr dann entgegen der Ansicht der Hufheilpraktikerin, die immer noch der Ansicht war, das totkranke Pferd müsse in der Herde mit laufen, was sie doch gar nicht mehr konnte, denn sie lag ja fast im Sterben, erstmal eine Box gemietet. Dort konnte sie liegen, ich ihre Hufe verbinden und mit Essigwasser und Heilerde behandeln. Der Eiter lief immer nur so raus, bei jedem Verbandswechsel, was mehrere Wochen andauerte. Es war so schrecklich. Später irgendwann kam unten aus der Sohle eine flächendeckende schwarze Schicht verfaultes Horn heraus, auf allen vier Hufem vollflächig über die ganze Sohle verteilt. Mein armes Pony muss unerträgliche Schmerzen gehabt haben. Warum sie nicht starb, sondern wieder gesund wurde, kommt sofort .. denn sie hatte großes Glück im Unglück.
Frau Dr. Straßer, die ja nicht nur Unsinn in der Pferdewelt verbreitet hat, sondern was ich betonen möchte, auch die Person ist, die vor ihrer wahnsitzigen Idee, Hufe im 30-Grad-Winten auf Trachtenhöhe zu stellen und die Sohle auszuhöhlen, die anfänglich mit Fritz Rödder zusammen die Idee der Barhufhaltung aufbrachte, die Offenstallidee, dass Pferde Bewegung und verschiedene Untergründe und vieles mehr brauchen. Ich habe in Depenau unsere frühere Offenstallanlage nach ihren Ideen angelegt und nur barhuf, dagegen habe ich noch heute gar nichts, sondern finde das sehr gut. Frau Dr. Straßer war damals deshalb entsprechend prominent.
Aus diesem Grund waren ihre Hufheilpraktiker sehr bekannt und gefragt und unsere musste nach Finnland, um dort Kurse zu geben.

Was für ein Segen. Bis Mai 2003 blieb diese Hufbearbeitung Chiwa erspart und meine Tochter Esther machte es wieder selbst. Sie machte es normal wie vormals gelernt und das war auch gut so.
Chiwa hatte in dem Stall in Klein-Barkau im März einen schlimmen Unfall, verriss sich das Bein und wäre fast verblutet .. ich vermute, an einem Maschendraht, aber das werde ich nie genau wissen ... sowas verheimlichen die Hofbetreiber dann ja gern und sagen .. oh wie ist denn das passiert, es gibt eigentlich ja gar keinen Grund dazu und so ... kennt man ja.
Der Maschendrahtzaun wurde nur seltsamerweise genau an den Tag weg geräumt und durch E-Zaun ersetzt, als es Chiwa passiert ist ... tja .. angeblich Zufall, sie wäre da aber nicht drin hängen geblieben.
Chiwa überlebte nicht nur die Hufrehe durch Sumpfschachtelhalm in Boksee im See, danach die falsche Hufbearbeitung nach Hiltrud Straßers Ideen durch ihre jugendliche Hufheilpraktikerin, die frisch von der Schule zu uns kam, sondern auch diesen schrecklichen Unfall, von dem man die Folgen noch heute sehen kann.

Tja .. Chiwa will leben. Sie ist eine Kämpfernatur .. und sie lebt gern, auch heute noch.



Verlassen haben wir den Hof in Klein-Barkau nicht wegen Chiwas Unfall, sondern weil es dort zu viele Missstände gab. Die schlecht organisierte Mistentsorgung gehörte genauso dazu wie sich nicht darum gekümmert zu haben, genug Heu einzukaufen und dann Strohfütterung bis in den Juni hinein für die Pensionspferde, während auf den Weiden rundherum die frisch geborenen eigenen Fohlen mit ihren Mutterstuten sich des Lebens erfreuten und wir täglich mit den Pferden die Graskanten abknabbern gingen, damit sie jedenfalls nicht nur Stroh fraßen, denn mit Kraftuffter und Saftfutter kann man so einen Mangel ja nicht mehr ausgleichen. Wir hatten dann Glück und fanden Pachtland in Kiel-Wellsee.

Die kleine Tochter Jessica der neuen Weideverpächter würde bis zu ihrer ersten großen Liebe (da kam sie dann plötzlich gar nicht mehr) bei uns Dauergast werden. Sie half uns auch genauso wie der neue Freund von Esther, der später einmal vorübergehend ihr Ehemann werden würde. Aber darum geht es hier ja nicht, sondern um Chiwa.

Es lag nicht am Gras und liegt nicht am Gras, wenn Chiwa etwas mit den Hufen hat .. hohes normales Gras ohne viel Klee oder Giftpflanzen hat Chiwa bisher immer vertragen, ohne Hufrehe zu bekommen.
Es folgen jetzt viele Fotos, die ich in Wellsee gemacht habe oder wo mich jemand in Wellsee fotografiert hat, wenn ich mit drauf bin.

Chiwa ging es dort gut, den anderen Pferden im übrigen auch. Es war eine schöne und glückliche Zeit, die leider nicht so bleiben würde, aber so ist das Leben nunmal.

Solange sich Esther um Chiwas Hufe kümmerte, war alles in Ordnung, obwohl es dort sogar Eichen im Knick gab .. und auch Chiwa hat dort Eicheln gefressen, wenn sie im Herbst runter gefallen sind. Vielleicht nicht allzu viele, denn wie Ihr seht, es war genug Weideland da .. die Pferde lebten in Wellsee super gesund und eher im Überfluss, was das Gras betraf.
Es war keiner da, der auf Chiwa geritten wäre. Der Tierarzt hatte nach dem Unfall ja gesagt, sie könne nie mehr geritten werden, es wären zu viele Sehnen und Bänder gerissen. Das kann nicht stimmen, aber das haben wir erst 8 Jahre später heraus gefunden. Tierärzte erzählen einem oft Dinge, die falsch sind, aber das immer mit so viel Selbstbewusstsein, dass man es oft zuerst gar nicht merkt .. nun ja ... ich bin in meinem Job ja auch selbstbewusst, aber ich glaube, Tippfehler oder schlechte Formulierungen sind relativ ungefährlich verglichen mit den Fehlern, die Tierärzte machen können.
















Wellsee war eine Zeit vieler Partys mit unserer Familie und der unserer Weidelandverpächter gemeinsam, die sehr nette Leute waren.

Wellsee war Ausreiten von Esther und Jessica, bis Eshter einen leider schweren Reitunfall hatte.

Wellsee war Zeit mit meinen Kindern und Enkeln, mit meinem Ex, meiner Mutter und den Pferden .. Wellsee war einfach nur schön.

Das da rechts ist übrigens mein Enkel Marc, als er noch sehr klein war. Damals kam meine Tochter Vanessa noch oft zu Besuch vorbei.











Hier sieht man Esther nach ihrem schweren Reitunfall.

Als sie in der Klinik lag und ohnmächtig war, rief ich ihren Freund an .. so lernten wir uns besser kennen und ich habe ihm viele Dinge erzählt, die ich ihm vielleicht nicht hätte sagen sollen. Das führte dazu, dass er sich sicherer fühlte und Esther aus der Klinik zusammen mit Raphael mit zu sich nach Hause nahm und Raphael seiner Mutter und Oma vorstellte .. tja ... das machte unser Wellsee-Idyll zunichte, denn irgendwann war Nixe nicht mehr da, sondern auf dem Hof seiner Oma in Schwentinental. Und ich rief die Polizei.
Unser Pferde-Familien-Idyll zerbrach an diesem Mann, von dem ich damals noch nicht wusste, dass er schon lange mit der Freundin meines Jüngsten zusammen war. Das ahnte keiner, ich nicht, mein Sohn nicht und meine Tochter genauso wenig. Es kam erst 2013 raus, dass die beiden schon eine Beziehung hatten, bevor sie meine Kinder überhaupt kennen gelernt haben. Was der Sinn war, sich mit ihnen anzufreunden, versteht nichtmal mein Ex-Mann, und der war auch nicht immer treu.
Die Folgen der Handlungen dieser beiden seltsamen Menschen, und zwar viel über das Internet laufend, von dessen Technik ich damals viel zu wenig verstand, um das zu begreifen .. aber ich tue es heute .. die überall als Fake-Gestalten auftauchten und in ihrer Neugier keine Grenzen kannten, die haben so viel angerichtet in meiner Familie .. das ist unglaublich.

Meine Mutter hat es weder psychisch noch körperlich verkraftet, meine damalige Ehe hat es auch nicht ausgehalten .. aber vielleicht wäre die auch so in die Brüche gegangen, denn mein Ex war nie wirklich treu .. vielleicht aber auch nicht, denn ich war nie extrem eifersüchtig.

Eines ist allerdings sicher. Chiwas nächster Hufreheschub war die unmittelbare Folge dieser Handlungen dieses merkwürdigen Paares, dem ich gern zwei Besen schenken würde, damit sie gemeinsam damit zum Blocksberg reiten können.

Das hatte einen ganz einfachen Grund. Ich bin ein sehr ungeschickter Mensch, was handwerkliche Dinge angeht. Ich kann keine Hufe bearbeiten und meine Tochter kam nicht mehr her, um es bei Reno und Chiwa zu tun, als sie Nixe mit nach Schwentinental genommen hatte.

Tja .. Friede, Freude, Eierkuchen .. mein Ex, mein Großer Manuel und mein Kleiner Marius mit Raphael, als wir in Wellsee Heu bekommen haben .. auch das war gut organisiert dort und tolles Heu. Ich kriegte es immer aus Tökendorf von einem Bauern, der viel Ahnung davon hatte.

Später sogar in Kleinballen, als wir Wellsee aufgeben mussten.





Es war praktisch gewesen mit Wellsee, wo wie wir damals lebten, Esther in Kiel-Gaarden, ich mit meinem Ex und Marius und meiner Mutter in Nettelsee.

Für mich alleine, denn Raphael wurde ja nun von der Oma von Esthers Freund in Schwentinental auf deren Bauernhof betreut, wo nun auch Nixe zusammen mit dem Haflinger Hopi lebte, war es unnötige Fahrerei, ständig mit dem Auto von Nettelsee nach Wellsee hin und her zu fahren.















Schon als wir noch in Wellsee waren, aber eben alleine nun nur mit Reno und Chiwa, ergab sich für mich die Situation, dass ich einen Schmied brauchte.

Unsere Hufheilpraktikerin war aus Finnland zurück gekommen. Also habe ich sie angebettelt mit zu helfen, die Hufe meiner beiden nun verbliebenen Pferde zu machen. Und sie kam.

Ich ahnte immer noch nicht, dass es einen Zusammenhang zwischen Hufrehe und dieser Form der Hufbearbeitung gab, die Hufrehe sogar auslösen kann. Die erste Hufbearbeitung noch in Wellsee ging auch gut.















Ich kann inzwischen aus Erfahrung folgendes mit Sicherheit sagen.

Werden die Trachten bei einem Pferd zu flach gestellt und der Fesselstand dabei nicht berücksichtigt, kann das schlimme Hufgeschwüre und Lahmheiten aller möglichen Art auslösen. Das passiert erfahrungsgemäß nicht sofort, das dauert eine Weile, bis es sich zeigt. Meistens kommt das dicke Ende erst nach der zweiten oder dritten Hufbearbeitung dieser Art ans Tageslicht und wird von Mal zu Mal schlimmer.
Alleine schon das Bearbeien der Trachten reicht, was wir gemerkt haben, als wir erst jetzt jemand kennenlernten, der in seiner Ausbildung mit den Ideen von Daniel Anz konfrontiert wurde und das teilweise so machte .. auch da lief Chiwa dann zunehmend lahmer und hatte Hufgeschwüre, aber nicht so krass wie nach Dr. Straßers Hufbearbeitung .. noch schlimmer ist aber die Hufbearbeitung nach Straßer, weil die auch noch die Sohle aushöhlen und das ist dann der Supergau für Pferdefüße schlechthin.







Am besten vertragen solche Pferde diese Art der Hufbearbeitung, die von Natur aus einen Fesselstand haben, der zu flachen Trachten passt .. steil stehende Pferde aber gar nicht.

Tut deshalb Euren Pferden den Gefallen und achtet bei Eurem Schmied darauf, ob er die gute alte Fesselstandstheorie beherrscht, denn das hat jedenfalls noch Hand und Fuß und ist über Jahrhunderte erprobt. Es ist einfach besser.

Ich bin jetzt bei den letzten Wellsee-Bildern angekommen. Oben meine Mutter, die damals noch keinen Rollstuhl brauchte, aber schon nach den Gemeinheiten dieses Paares, das ich gern per Besen zum Blocksberg wünschen würde, denn genau da gehören die beiden in meinen Augen auch hin. Und links Reno und Chiwa ohne Nixe noch alleine in Wellsee .. Chiwa noch nicht Hufrehe-geplagt, was erst nach unserem Umzug nach Wellsee erneut passieren würde .. und ich würde lange nach dem Futter suchen statt auf die Hufpflege zu kommen.


Ich komme jetzt zum Ende dieses Teils. Rechts mein Großer Manuel mit meiner Mutter dann nach dem Bruch ihrer Wirbelsäule, als Vanessa uns nach einem Besuch von Esthers Freund und der Mitteilung an ihren Mann, dass sie uns ja immer heimlich besuchen käme, dann nicht mehr kam.

Das hat meine Mutter auf ihre alten Tage .. sie war ja schwer herzkrank und schon über 80 .. einfach nicht mehr verkraften können, denn sie liebte ja meine Kinder und Enkel alle sehr. Die Familie, die dieses Paar ihr und mir zerstört hat, war genauso ihr Leben wie meines ebenso.


Das Bild links ist dann das erste, das ich von dem Weideland machte, das ich dann habe in Nettelsee unmittelbar an unserer dortigen Wohnung habe pachten können .. Esther und Raphael waren nach über 6 Monaten des Schweigens doch wieder zu Besuch gekommen .. es würde auch einige Jahre noch eine Beziehung .. wenn auch eine sehr gespaltene, denn Intrigen machen alles kaputt, geben.

Dort hat Chiwa dann nur kurz nach unserem Umzug wieder Hufrehe bekommen .. und für mich begann die Suche nach dem Grund. Bis ich auf die Hufbearbeitung kam, das hat über drei Jahre gedauert. Ich werde das im nächsten Teil erzählen.

Es war Oktober 2003, als wir mit Reno und Chiwa von Wellsee nach Nettelsee umgezogen sind.

LG Renate

Donnerstag, 21. Januar 2016

Vorigen Freitag war Schmied-Termin

Es ist immer noch super

Hufefotos mache ich wieder, wenn das Wetter offener und die Zeit mehr Frühling ist.

Wenn wir bei den Pferden sind, ist es zur Zeit meistens so dunkel wie auf diesen alten Bildern.

Ich möchte aber kurz erzählen, dass die Entscheidung, Chiwa und Prima nach der Fesselstandsmethode ausschneiden zu lassen, eine sehr gute war.

Es geht Chiwa nach wie vor super, die Hufstellung ist optimal. Und Prima bekommt es ebenfalls gut, auch wenn die ja nicht gerade zu Hufrehe neigt.
Es ist super, dass Philipp, unser junger Schmied, so flexibel ist und das gut umsetzen kann.

Er kommt jetzt das nächste Mal am 11. März zu Chiwa und Prima.

Da wird es schon heller sein. Mal sehen, vielleicht mache ich dann mal wieder Hufefotos.

So habe ich Euch nur welche aus der Zeit jetzt raus gesucht, damit es hier etwas bunt ausschaut.

Nachti
Renate

Freitag, 8. Januar 2016

Chiwas Hufrehe-Geschichte - Teil 2

Die ersten Wanderjahre bis zum Ausbruch der 1. Hufrehe


Im Dezember 1998 kriegte meine schon lange nicht mehr perfekte Ehe einen so tiefen Knick, dass mein Ex-Mann und ich uns zum ersten Mal längere Zeit trennten. 

Ich war deshalb gezwungen, den Resthof in Depenau aufzugeben, bat noch meine Älteste Vanessa, die inzwischen verheiratet und Mutter war, ob sie nicht unser Haus und den Stall übernehmen könnte, aber sie wollte das nicht, ließ mich schon damals mit den Pferden im Stich.

So landeten wir kurz hintereinander in zwei verschiedenen Ställen in Scharsdorf. Ich vermute, beide Paare haben diese Bauernhöfe damals sehr günstig kaufen können, weil schon fest stand, dass die Umgehungsstraße nach Plön dort entlang laufen würde. Beide hatten nicht wirklich Erfahrung mit Pferdehaltung und vollkommen falsche Vorstellungen von vielem, der erste Stall war aber der Schlimmere, obwohl die Leute sehr nett, aber wirklich komplett unwissend waren, obwohl der Offenstall an sich richtig schön war ... siehe oben.



Der schönste Offenstall nutzt aber nichts, wenn er bei näherer Betrachtung nur ein Gemeinschaftsstall für 10 Pferde ohne angrenzenden nutzbaren Auslauf ist, es nicht einmal einen Reitplatz oder ein Stück Weide gibt, wo man die Pferde bewegen kann und statt anständigem Heu vollkommen siffige Silage verfüttert wird, die noch nichtmal Rindern bekommen würde.

Unsere Pferde steckten das weg, ohne krank zu werden. Vielleicht nur deshalb, weil wir binnen nur 4 Wochen fluchtartig rüber zum Nachbarn gingen, wo es besser, aber alles andere als gut war.

Ankunft in der Herde des Nachbarstalls im Januar 1999 ... wieder Hoffnung auf Besserung, wieder umsonst.

Hufrehe hat Chiwa aber dort noch nicht bekommen.

Der Lehmboden war schrecklich, das selbst gemachte Heu teils so kurz, dass Nixe einmal davon eine Schlundverstopfung bekam, aber immerhin gab es Heu und Stroh, auch genug, und wir konnten in Ruhe selbst ausmisten.

Dass wir dort weg gingen, hatte spontan den Grund, weil es einfach unerträglich war mit anzusehen, wie die Bäuerin ihr eigenes Pferd und auch ihre Kinder geschlagen hat.

Die Bodenverhältnisse in Scharsdorf sind aber auch nicht wirklich gut für Pferde, der Lehmboden geht nur im Sommer, im Winter wird alles zu einem unergründlichen Sumpf, was auf Dauer ein Grund ist, sich nach etwas Besserem umzuschauen, egal ob die Leute nett sein mögen, wo man an diesem Ort ist oder nicht.
Was damals noch halbwegs intakt war, war die Beziehung zu allen meinen Kindern .. nun ja, das ist aber für Chiwas Hufrehegeschichte nur insofern relevant, weil mich ausgerechnet unsere Tierarzthelferin auch in Bezug der Hilfe für unsere Chiwa komplett im Stich gelassen hat .. sie gab ihr nichtmal Heparin-Spritzen, als ich sie flehentlich darum bat, mir dabei zu helfen, damit Chiwa eine Überlebenschance hätte, denn dafür jedes Mal den Tierarzt zu bestellen, ist ja so teuer.








Man sieht hier deutlich den sumpigen Lehmboden im Winter, den ich meine.

Krank wurde Chiwa dort aber nicht.

Sie machte sogar gemeinsam mit meiner Kleinen Esther und einer Freundin von ihr zusammen mit Nixe einen mehrtägigen Wanderritt. Die Mädchen drehten irgendwann um, weil Nixes Barhufe sich zu sehr abgelaufen hatten. Chiwa Hufe waren damals top und sie hätte noch weiter laufen können, obwohl ohne Hufeisen.

Die Fotos in Schwarz-Weiß sind alle welche von diesem Wanderritt in dieser Zeit.

Ich weiß nicht mehr ganz genau, wo die Mädchen damals genau lang geritten sind, aber es waren mehrere Dörfer in der Nähe, unter anderem kamen sie auch durch das Dorf Berlin, wo es sogar einen Kurfürstendamm wie in der Großstadt Berlin gibt.






Tja .. noch Fotos von diesem Wanderritt, irgendwo unterwegs aufgenommen.










Das letzte der Wanderritt-Bilder .. irgendwo bei einer Rast auf einem Bauernhof.











Wir zogen wie gesagt wütend und spontan mit den Pferden aus Scharsdorf weg .. landeten dann in Pohnsdorf, wo zwar auch nicht immer alles perfekt, aber das meiste schon in Ordnung war.

Nicht so gut waren die schlauchörmigen Offenställe, in denen sich nur Nixe einen guten Platz erobern konnte, die eher rangniederen Pferde Chiwa und Reno dürften dort meistens draußen geblieben sein und hatten so gar kein Dach überm Kopf. Die Weiden waren allerdings riesig und schön.

Auch die Ausreitmöglichkeiten waren aufgrund der Einschränkungen durch das Preetzer Kloster nicht so toll dort, wofür aber die Familie nichts konnte.

Chiwa blieb auch dort gesund.

Wir gingen dort nicht weg, weil wir unzufrieden waren, sondern die Probleme entstanden in unserer Wohnung. Ich hatte mich inzwischen wieder mit meinem 1. Mann vertragen und war mit ihm nach Pohnsdorf gezogen. Wir mussten dort spontan wegen Anmeldung von Eigenbedarf raus und landeten deshalb sehr unglücklich bei einem Bauern in Boksee, der ein gnadenloses Ekel war.
Auf dem Bild rechts, wo Esther und ihre damals beste Freundin Nina Chiwa, Nixe und Reno von der Weide holen und auch unten kann man gut sehen, wie schön das Weideland in Pohnsdorf bei diesem Bauern war.

Das Weideland war aber auch nicht der Grund, warum wir innerhalb von Boksee mit den Pferden weg gingen, das war nur das Verhalten unseres damaligen Vermieters, bei dem wir alles, Wohnung, Stallungen und auch andere Räume für die Oldtimer meines Ex-Mannes gemietet hatten und mit dem keiner auskommen konnte.

Nun folgen die Bilder aus Boksee, wo Chiwa nicht nur einmal gelebt hat, sondern später mit Jürgen und mir irgendwann wieder .. aber dazu später.

Auch hier wurde sie noch nicht krank, obwohl es unschön war, dass wir dort nicht mehr in Frieden ausmisten durften, was ja nicht gut für die Hufe ist.

Dass sie krank wurde, und zwar bei einem Nachbarn auf einer sehr sumpfigen Sommerweide, hatte ganz andere Gründe. Dazu bald, noch in diesem Text.



Bewegung hatten Chiwa und auch unsere anderen beiden Pferde Nixe und Reno damals richtig viel. Vanessa kam noch oft mit meiner Enkelin Janin zu Besuch .. oben mit meiner Mutter, die uns oft auf Ausritten begleitete, als sie noch gelebt hat .. und auch meine Jüngste Esther war Mutter geworden und hatte mir den Enkel Raphael geschenkt, hatte Erziehungsurlaub und war täglich bei uns, um mit den Pferden zusammen zu sein.





Im Sommer 2001 konnten wir zwar unsere Wohnung in Boksee noch nicht kündigen, aber mit den Pferden schon einmal von dort flüchten, nachdem der Bauer sie in einem Wutausbruch einfach auf die Straße getrieben hatte, wo sie hätten unter ein Auto laufen können.

Aber diese Weide, wo man sie oben und links und auch gleich auf den anderen Bildern noch sehen wird, war nicht gut. Es gab dort große Mengen Sumpfschachtelhalm in den Senken, eine Pflanze, von der ich damals nicht ahnte, wie gefährlich sie für Pferde ist, die zu Hufrehe neigen .. und das kann im Prinzip bei jedem Pferd der Fall sein.


Auf dem Foto rechts hatte Chiwa die Hufrehe schon erwischt, aber ich wusste es noch nicht. Man sieht es an ihrer Körperhaltung. Ich begriff es erst und meine Töchter auch, als sie auf der Weide lag und nicht mehr aufstehen wollte.

Damals war mir auch noch nicht klar, dass sie sich am Sumpfschachtelhalm vergiftet hatte .. und noch weniger war mir klar, dass ich mit der Wahl der Hufheilpraktikerin, die ich dann anrufen würde, weil mein Tierarzt sagte, wir brauchen einen Schmied, auch einen großen Fehler machte.

Wir hatten damals, da das dort nur eine vorübergehende Sommerweide war, ohnehin vor umzuziehen und taten das auch genau zu der Zeit, als bei Chiwa die Hufrehe ausbrach, nämlich im September 2001, weil es so sehr anfing zu regnen und wir den Winterstall, den wir schon gefunden hatten, dann auch brauchten.

Wie es dort dann weiterging mit Chiwas Hufrehe, erzähle ich Euch im 3. Teil.

Sie kriegte auf dieser Weide zunächst eine Heparin-Spritze und unsere damals dann hinzu gerufene Hufheilpraktikerin nach Hiltrud Straßer schnitt zum ersten Mal ihre Hufe komplett falsch aus und schadete ihr damit dann zusätzlich statt ihr zu helfen, was sie im guten Glauben frisch nach dieser Ausbildung ja vor hatte.

LG Renate