Samstag, 5. September 2015

Warum der Salzleckstein so wichtig ist

Über den Natrium-abhängigen Glucose-Transport

Um bei einem Pferd die Möglichkeit zu verringern, durch zu viel Zucker im Futter an Hufrehe zu erkranken, ist auch etwas ganz Simples wichtig, nämlich dass dieses Pferd genug Natrium-Chlorid aufnehmen kann, also stinknormales Kochsalz.

Das hat etwas damit zu tun, dass der Glucose-Transport aus dem Darm ins Blut ein Natrium-abhängiger Prozess ist. Die durch Enzyme aufgespaltenen Zucker wie Glucose oder auch Galaktose werden so gemeinsam mit dem Natrium durch die Darmwand ins Blut und so in die Zellen transportiert.

Warum ist das so wichtig?

Wenn zu viel an Zucker nicht im Dünndarmbereich eines Pferdes ins Blut überführt werden kann, wandert dieser Zucker weiter in den Dickdarmbereich.

Dort aber verändern Zucker den ph-Wert, weil sie dazu führen, dass sich andere Bakterienstämme als die, die in den Dickdarmbereich hinein gehören, stark vermehren können.



Diese Bakterien wiederum verändern den ph-Wert in Richtung zu sauer. Das vertragen dann die Zellulose verdauenden Bakterienstämme nicht, gehen ein und wandern als Endotoxine ins Blut, wo sie dann Hufehe auslösen können.

So wichtig ist also ein Salzleckstein für Eure Pferde, damit sie ihr Futter gut verdauen können.

Ich habe Euch dazu noch zwei Links heraus gesucht, einer ist über Menschen, der andere zeigt aber, dass der Natrium-abhängige Glucosetransport auch in Tierzellen stattfindet.


Eine Graphik daraus ist schön:

Und noch ein Link zum Nachlesen, was ich meine.


LG Renate

Kommentare:

  1. Leider ist das viel zu wenig bekannt. Ich bin auch erst vor kurzem und durch zufall darauf gekommen. Mein Pferd leidet seit Jahren an Hufrehe, bekommt auch schon seit Jahren Pracent. Mal geht es eine ganze Weile gut und dann hat sie wieder einen Schub, ohne dass sich ein eindeutiger Grund finden läßt. Vor einem Jahr war es ganz arg und diesmal kurz davor, dass ich sie einschläfern lassen wollte. Wieder strenge Diät, Verbände, die Pracent-Dosierung wurde erhöht.

    Während all der Jahre hatte sie immer einen Himalayasalzstein "vor der Nase", aber kaum daran geleckt. Während das Beistellpferd 3 Stück alle hatte, hat sie nicht einmal einen aufgebraucht. Ich habe immer gedacht, sie braucht halt nicht so viel und Mineralfutter bekommen beide ja auch.

    Irgendwann habe ich im letzten Jahr die Bruchstücke eines zerfallenen neues Steines in einen Eimer getan, weil ich die nicht wegtun wollte, und ihr hingestellt - und siehe da, sie leckt plötzlich Salz. Zwar noch immer halb so viel, wie die andere, aber erheblich mehr, als in den Jahren vorher. Und gerade heute habe ich, wie auch schon in den vorigen wochen, festgestellt, dass sich ihre Beine und Hufe so gut anfühlen, wie schon seit Jahren nicht mehr.

    Ich weiß nicht, ob wirklich der Salzkonsum der Grund dafür ist, aber es ist das einzige, was sich in Fütterung / Verhalten geändert hat und ohne den zufall des zerbrochenen neues Salzsteines wäre ich nie darauf gekommen - sie hatte ja immer Zugang zu Salz.

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  2. Hei,

    danke für den Kommentar. Das ist dann sozusagen ein kleiner "Beweis" mehr, dass es besonders bei Reheneigung sehr wichtig ist, dass diese Pferde genug Salz aufnehmen ... dass man sie mit Zerkleinern dazu bringen kann, ist wirklich interessant.

    LG
    Renate

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    1. Das habe ich vielleicht nicht so eindeutig geschrieben: der wesentliche Unterschied war, dass ihr das Salz jahrelang in ca. 80 cm Höhe vor der Nase hing und jetzt im Eimer auf dem Boden steht. Den nächsten Salzleckstein habe ich so wie er war in den Eimer getan und den nimmt sie auch.

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  3. Danke für den Zusatz .. man lernt nie aus, wenn es um Pferde geht. Alles klar, ich habe verstanden.

    Der erste Reheschub bei unserem Pony könnte zwar mit Sumpfschachtelhalm auf einer damaligen Sommerweide zusammengehangen haben .. der wuchs da nämlich in einer Senke auch .. aber damals kamen diese Minerallecksteine auf und wir hatten mal so einen gekauft statt normalem Kochsalz, wo alle Pferde nicht so richtig beigingen.

    Der Zusammenhang ist mir als Rehe-Admin .. ich habe früher mal über 10 Jahre ein Forum über Hufrehe betrieben, bis Siteboard dann damals aufgrund von zu wenig Werbeeinnahmen diese Foren alle gelöscht hat und unsere gemeinsame Arbeit in Sachen Hufrehe leider auch dann mit .. und im Laufe der Zeit habe ich unendlich viel über diese Krankheit gelernt, unter anderem auch wie genau eigentlich die Glucose-Transporter funktionieren und dachte .. auch das kann mit Schuld gewesen sein .. also auch bei uns damals.

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